Den Januar 1871 würden die Welschen wohl gerne aus der Kriegsgeschichte tilgen. Vier große Schlachten haben sie in diesem nämlich gegen uns Deutsche verloren. Die Schlacht am Mont Valerien ist die Letzte davon und hat den Welschen den Rest gegeben, denn kurz darauf haben sie ihre Hauptstadt Paris übergeben. Mit 90,000 Mann sind sie am Mont Valerien gegen unser V. Korps, das nur 12,000 Mann stark war, angetreten und wurden mit einem Verlust von 4000 Mann zurückgeschlagen. Das Lied vom Argonnerwald muß einfach sein, denn die Welschen wollten eindeutig in unsere deutschen Stellungen einbrechen, haben es aber nicht geschafft… https://www.youtube.com/watch?v=RxA0PQoPow8

„Argonnerwald, um Mitternacht,

Ein Pionier stand auf der Wacht.

Ein Sternlein hoch am Himmel stand,

Bringt ihm ’nen Gruß aus fernem Heimatland.

Und mit dem Spaten in der Hand

Er vorne in der Sappe stand.

Mit Sehnsucht denkt er an sein Lieb:

Ob er sie wohl noch einmal wiedersieht?

Und donnernd dröhnt die Artillerie.

Wir stehen vor der Infanterie.

Granaten schlagen bei uns ein,

Der Franzmann will in unsere Stellung ‚rein.

Er frug nicht warum und nicht wie,

Tat seine Pflicht wie alle sie.

In keinem Liede ward es gehört,

Ob er geblieben oder heimgekehrt.

Bedroht der Feind uns noch so sehr,

Wir Deutsche fürchten ihn nicht mehr.

Und ob er auch so stark mag sein,

In unsere Stellung kommt er doch nicht ‚rein.

Der Sturm bricht los, die Mine kracht,

Der Pionier gleich vorwärts macht.

Bis an den Feind macht er sich ran

Und zündet dann die Handgranate an.

Die Infanterie steht auf der Wacht,

Bis daß die Handgranate kracht,

Geht dann mit Sturm bis an den Feind,

Mit Hurra nimmt sie dann die Stellung ein.

Der Franzmann ruft: Pardon Monsieur!

Hebt beide Hände in die Höh,

Er fleht uns dann um Gnade an,

Die wir als Deutsche ihm gewähren dann.

Bei diesem Sturm viel Blut auch floß,

Manch junges Leben hat’s gekost´.

Wir Deutsche aber halten stand,

Für das geliebte, teure Vaterland.

Und droht der Feind uns noch so sehr,

wir Deutsche fürchten ihn nicht mehr,

und ob er auch so stark mag sein,

in unsere Stellung kommt er doch nicht rein.

Argonnerwald, Argonnerwald,

Ein stiller Friedhof wirst du bald!

In deiner kühlen Erde ruht

So manches tapfere Soldatenblut.

Und komm‘ ich einst zur Himmelstür,

Ein Engel Gottes steht dafür:

Argonnerkämpfer, tritt herein,

Hier soll für dich der ewige Friede sein.

Du Pionier um Mitternacht,

Heut‘ steht ganz Deutschland auf der Wacht.

In Treue fest, im Wollen rein,

Als eine neue starke Wacht am Rhein!“

Bei unserem Geschichtsschreiber Wilhelm von Blume haben die Gallier nun genug und strecken die Waffen: https://archive.org/details/feldzugdieopera00blumgoog

„Zum Glück für Paris und Frankreich trugen die anarchischen Bestrebungen in der Hauptstadt diesmal den Sieg noch nicht davon. Herr Jules Favre konnte am 23. Januar in Versailles erscheinen, um im Auftrage der bestehenden Regierung zu unterhandeln, und bereits am 26. waren die Verhandlungen so weit gediehen, daß die Einstellung der Feindseligkeiten bei Paris von zwölf Uhr Nachts an verabredet, so wie die Verproviantierung der Hauptstadt eingeleitet werden konnte. Am 28. Januar gelangte ein 21tägiger Waffenstillstand zum Abschlusse, welcher für Paris mit demselben Tage, für die Departements, mit Ausnahme derer des Doubs, des Jura und der Cote d’Or, nach drei Tagen beginnen sollte. Als Zweck des Waffenstillstandes wurde die Zusammenberufung einer Nationalversammlung bezeichnet, welche darüber entscheiden sollte, ob der Krieg fortzusetzen, oder unter welchen Bedingungen Frieden zu schließen sei. Die wesentlichsten militärischen Bestimmungen der Konvention aber waren: a. Sofortige Auslieferung sämtlicher Forts von Paris an die deutsche Armee; b. .Desarmierung der Hauptenceinte von Paris; c. Kriegsgefangenschaft der zur Besatzung von Paris gehörigen Linientruppen, Mobilgarden und Marinesoldaten, außer 12,000 Mann, welche zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Dienst belassen wurden. Von der Abführung der gefangenen Armee wurde einstweilen Abstand genommen, dieselbe lieferte jedoch sogleich die Waffen ab; d. Wiederversorgung der Hauptstadt mit Lebensmitteln, im Übrigen jedoch Aufrechterhaltung der Blockade; e. Zahlung einer Kriegskontribution von 200 Millionen Francs seitens der Stadt Paris; f. vorläufige Verzichtleistung der deutschen Armeen auf den Einmarsch in die Hauptstadt; g, Festsetzung von Demarkationslinien zwischen den operierenden Armeen. Lediglich Erwägungen politischer Natur hatten dazu geführt, auf die einfache und uneingeschränkte Kapitulation der Hauptstadt zu verzichten. Rücksichtlich der Verhältnisse auf dem östlichen Kriegsschauplatze bestimmte die Konvention Folgendes: „Die militärischen Operationen auf dem Gebiete der Departements des Doubs, des Jura und der Cote d’Or, so wie die Belagerung von Belfort werden, unabhängig von dem Waffenstillstande, bis zu dem Zeitpunkte fortgesetzt, wo man sich über die Demarkationslinie geeinigt haben wird, deren Feststellung im Bereiche der vorgedachten drei Departements einer weiteren Vereinbarung vorbehalten bleibt.“

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Im Jahre 1871 fand die Schlacht von Sankt Quentin statt, in der unser General August von Goeben mit seiner I. Armee die gallische Nordarmee zerschmettert hat. Eine ziemliche Keilerei: Denn wir Deutschen traten mit 32,000 Recken gegen 4000 Gallier an. Am Ende waren etliche Gallier tot, 3000 verwundet und über 9000 gefangen. In seinem Schlachtbericht kommt Moltke der Ältere nun auf die Verfolgung des geschlagenen Feindes zu sprechen: https://archive.org/details/bub_gb_49waAAAAMAAJ

„Nach der Theorie soll dem Siege die Verfolgung sich unmittelbar anschließen, eine Forderung, der Alle, besonders auch die Laien, zustimmen, und doch wird derselben in der Praxis selten entsprochen. Die Kriegsgeschichte weist wenig Beispiele auf wie das berühmte von Belle Alliance. Es gehört ein sehr starker, mitleidsloser Wille dazu, einer Truppe, welche zehn oder zwölf Stunden marschiert, gefochten und gehungert hat, statt der erhofften Ruhe und Sättigung aufs Neue Anstrengungen und Gefahren aufzuerlegen. Aber auch diesen Willen vorausgesetzt, hängt die Verfolgung noch ab von der Art, wie der Sieg gewonnen wurde. Sie wird schwer ausführbar, wenn alle Abteilungen auf dem Schlachtfelde, wie bei Königgrätz, so durcheinander geraten sind, daß Stunden erforderlich werden, um sie erst wieder in taktischen Verbänden herzustellen, oder wenn, wie bei Sankt Quentin, alle, auch die letzten Truppen in das Gefecht verwickelt waren, so daß eine intakte geschlossene Infanterieabteilung nicht mehr verfügbar ist. Ohne die Unterstützung einer solchen wird die Kavallerie, vollends bei Nacht vor allen Bodenhindernissen und jeder kleinsten Postierung des Feindes aufgehalten, allein die Aufgabe selten lösen. General von Goeben nahm die Verfolgung des geschlagenen Feindes erst am folgenden Tage auf. Die vorauseilende Kavallerie streifte bis an die Vorstadt von Cambrai und das Glacis von Landrecies, ohne auf Widerstand zu stoße, sie brachte auch nur einige Hundert Nachzügler ein. Die Infanteriedivisionen folgten bis auf eine Meile vor Cambrai. Gegen diese Festung war aus Mangel an Belagerungsmaterial nichts zu unternehmen, auch lag es nicht im militärischen Interesse, sich noch weiter nördlich auszudehnen. Aus den eingehenden Meldungen ging hervor, daß ein erheblicher Teil der französischen Nordarmee auf Lille, Douai und Valenciennes zurückgegangen sei. Da sonach neue Unternehmungen derselben nicht zu erwarten standen, führte General von Goeben seine Truppen wieder nach der Somme zurück, wo sie Ende des Monats zwischen Amiens und Sankt Quentin Ruhequartiere bezogen. An der unteren Seine war am 25. der Großherzog von Mecklenburg mit dem XIII. Korps, in Rouen eingerückt. Obwohl General Loysel durch aus Cherbourg eingetroffene Verstärkungen seine Streitmacht auf nahezu 30,000 Mann gebracht, hatte er sich doch vollkommen abwartend verhalten. General von Goeben beabsichtigte daher die Heranziehung der noch bei Rouen stehenden Teile des I. Korps zur Armee nach der Somme, was jedoch durch Telegramm aus dem großen Hauptquartier inhibiert wurde, welches aus politischen Rücksichten ihren längeren Verbleib dort anordnete.“

Schillers Reiterlied habe ich mir für unsere heutige Siegesfeier ausgesucht: https://www.youtube.com/watch?v=YYEseYnTaWU

„Wohl auf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!

Ins Feld, in die Freiheit gezogen.

Im Felde, da ist der Mann noch was wert,

Da wird das Herz noch gewogen.

Da tritt kein anderer für ihn ein,

Auf sich selber steht er da ganz allein.

Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,

Man sieht nur Herren und Knechte,

Die Falschheit herrschet, die Hinterlist,

Bei dem feigen Menschengeschlechte,

Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,

Der Soldat allein, ist der freie Mann.

Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,

Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen,

Er reitet dem Schicksal entgegen keck,

Triffts heute nicht, trifft es doch morgen,

Und trifft es morgen, so lasset uns heut

Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Los,

Brauchts nicht mit Müh zu erstreben,

Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,

Da meint er den Schatz zu erheben,

Er gräbt und schaufelt, solang er lebt,

Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

Der Reiter und sein geschwindes Roß,

Sie sind gefürchtete Gäste;

Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloß,

Ungeladen kommt er zum Feste.

Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,

Im Sturm erringt er den Minnesold.

Warum weint die Dirn und zergrämt sich schier?

Laß fahren dahin, laß fahren!

Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,

Kann treue Lieb nicht bewahren.

Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,

Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.

Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,

Die Brust im Gefechte gelüftet!

Die Jugend brauset, das Leben schäumt,

Frisch auf! eh der Geist noch verdüftet!

Und setzet ihr nicht das Leben ein,

Nie wird euch das Leben gewonnen sein.“

Mit unserem General Otto von Below hat heute einer unserer großen deutschen Heerführer des Vierjährigen Krieges Geburtstag. Im Jahre 1857 wurde er in unserer deutschen Hansestadt Danzig geboren. Sein Vater war der preußische Generalleutnant Hugo von Below und seine Mutter dessen Gattin Friederike von Lupinski. Er trat 1875 in unser deutsches Heer ein führte im Vierjährigen Krieg unser I. Reservekorps in den Schlachten von Gumbinnen, Tannenberg und an den Masurischen Seen, wo er entscheidend zum Sieg in den beiden Kesselschlachten beitrug. Anschließend erhielt er den Oberbefehl über unsere VIII. Armee, mit der er in der Winterschlacht von Masuren kämpfte, durch die die Russen endgültig aus Ostpreußen hinausgeworfen worden sind. Im Jahre 1916 führte er seine gleichnamige Heeresgruppe in Makedonien. Im April 1917 ging es an die Westfront, wo er unsere VI. Armee befehligte. Im Herbst 1917 wurde er zum Oberbefehlshaber unserer XIV. Armee ernannt, mit der er die Italiener vernichtend bei Karfreit schlug. Beim Unternehmen Michael führte er 1918 unsere XVII. Armee und kommandierte zuletzt unsere I. Armee. Nach dem Dolchstoß des Novembers 1918 nahm er den Kampf gegen die Novemberverbrecher auf und es war ihm vergönnt, deren Sturz mitzuerleben… An Orden erhielt unser General von Below das Eiserne Kreuz, den Blauen Verdienstorden Friedrichs des Großen (mit Eichenlaub) und den Schwarzen Adlerorden. Als General des Fußvolkes bekommt er von mir den epischen Schlachtgesang über die Königin der Waffen: https://www.youtube.com/watch?v=xS5U-nyIFdU

Kameraden laßt uns singen

eine Melodie,

denn es soll ein Lied erklingen

auf die Infantrie.

Denn sie ist allerzeit

immer kampfbereit,

ob es donnert, blitzt oder kracht

– oder kracht.

Ihrem steten Kampfgelingen

ist dieses Lied erdacht.

Panzer und Flieger

schaffens nie allein,

können nie allein die Sieger

auf dem Schlachtfeld sein.

Können es nicht schaffen

ohne deinen Einsatz nie

– Einsatz nie!

Königin der Waffen –

Deutsche Infantrie!

Ohne Halt durch Sturm und Regen

mitten in der Nacht.

Ohne Halt dem Feind entgegen

was auch kommen mag.

Ob auch heiß der Tag,

ob auch kalt die Nacht,

ob auch fern die Heimat ist

– Heimat ist.

Stets kämpft auf allen Wegen

stolz der Infantrist.

Panzer und Flieger

schaffens nie allein,

können nie allein die Sieger

auf dem Schlachtfeld sein.

Können es nicht schaffen

ohne deinen Einsatz nie

– Einsatz nie!

Königin der Waffen –

Deutsche Infantrie!“

Seinen größten Sieg errang unser General von Below in der Schlacht von Karfreit, der Zwölften Isonzoschlacht, wo er einen erheblichen Teil der italienischen Armee zerschmetterte. Die Einzelheiten finden wir in diesem kleinen Schlachtbericht:

Elf Schlachten waren am Isonzo geschlagen. Ströme von Blut waren geflossen. Geringer Geländegewinn war das mit ungeheuern Blutopfern erkaufte Ergebnis für den Angreifer. Die zwölfte Schlacht sollte den tapfern Verteidiger zu Boden werfen, sollte die letzte, die Entscheidungsschlacht werden zum schnellen Siegeszuge nach Triest. Da rütteln Germanenfäuste an Italiens Grenzmauer. Gewaltige Schläge zerschmettern die Tore. In wenigen Stunden und Tagen stürzt das Werk zweieinhalbjähriger Blutarbeit Italiens in Trümmer. Reste einer vernichteten Armee fluten in die oberitalienische Tiefebene. Deutschland und sein Bundesgenosse hetzen den Feind hinter den Tagliamento. In ehernen Strichen zeichnet die Weltgeschichte das Weltgericht: die Züchtigung und den Zusammenbruch des Verräters am Dreibund! Namen sieggewohnter Führer leuchten auf: General Otto von Below führt die deutsche XIV. Armee über die Alpen; Krafft von Dellmensingen, der Schrecken Rumäniens am Roten Turm-Paß, ist sein Generalstabschef; Major Freiheer von Willisen ist sein tatkräftiger unermüdlicher Erster Generalstabsoffizier. Angriffsfrohe Divisionen, Preußen, Bayern, Württemberger, folgen den bewährten Generalen von Stein und von Berrer, brave österreichische Divisionen ihren Generalen von Krauß und über die schneebedeckten Gipfel der Julischen Alpen. Im Becken von Krainburg und nördlich der Karawanken waren die Angriffsgruppen der XIV. Armee versammelt worden. Dort wurde die Ausrüstung für den Winterkrieg im Hochgebirge der Alpen vollendet. In angestrengter Arbeit wurden dort die Angriffsvorbereitungen für den gewaltigen Durchbruch betrieben, der die italienischen Gebirgsstellungen zwischen Flitsch und Tolmein treffen und brechen sollte. In den engen Räumen der Becken von Flitsch und Tolmein mußte die versammelte Armee zum Angriff aufmarschieren. In diese Becken mußte die Armee vorgeschleust werden. Auf etwa 60 Kilometer langen, schmalen Paßstraßen mit großen Steigungen galt es, teilweise eine ganze Anzahl Divisionen hintereinander und je etwa die Hälfte der Angriffsartillerie und Minenwerfergruppen angesichts der beherrschenden, weiten Überblick gewährenden feindlichen Stellungen vorzudrücken. Trotz schlechtem, ungünstigem Wetter vollzog sich der Durchmarsch ohne Stocken und ohne Reibung. Ungeheuere Arbeit wurde hier geleistet, nach mustergültiger, planvoller Vorarbeit. In der elften Isonzoschlacht hatte Cadorna seine Hauptkräfte von Tolmein bis zur Adria zusammengezogen, während die übrige lange Gebirgsfront nur mit schwächern Kräften besetzt blieb. Die österreichisch-ungarische Verteidigungslinie führte von Selo im Tolmeiner Becken über Log östlich Mesnjak, von dort nach Süden über den Monte Sankt Gabriele, die Wippach-Höhen östlich Görz zum Meere! Nun sollte der Feind aus diesem für eine Defensive ungünstigen Karst-Gebiet hinausgeworfen und zunächst bis hinter den Tagliamento zurückgeschlagen werden. Für diese Operationen wurde im Anschluß an den Südflügel der Heeresgruppe Conrad in Gegend des Rombon-Gebietes die aus deutschen und österreichisch-ungarischen Divisionen gebildete XIV. Armee Below in Linie Flitsch – Tolmein bereitgestellt. Der Nordflügel der anschließenden Isonzo-Armee (Heeresgruppe Boroevic) hatte sich dem Angriff mit starkem rechten Flügel südlich Selo anzuschließen, während Mitte und Südflügel bei und südlich Görz den Gegner durch Frontalangriff festhalten sollte. So standen in den Tagen vor dem Angriff bereit: der Nordflügel der Armee Below (die österreichisch-ungarische, durch deutsche Verbände verstärkte Gruppe Krauß) im Gelände des Rombon und südöstlich die Stoßfront der Armee mit Gruppe Stein im Gebiet des Krn und um Tolmein, mit Gruppe Berrer an Straße Bischoflack-Sankt Lucia; mit Gruppe Scotti nördlich Tribusa schloß sich der rechte Flügel der Isonzo-Armee an. Das Kampfgebiet der XIV. Armee lag in dem von den Flußläufen des Tagliamento und Isonzo bestimmten Gelände der Julischen Alpen. In kühn emporstrebenden Gipfelformen fällt das Gebirge vom 2863 Meter hohen Triglav in Stufen hinab zu der etwa 100 Meter hoch gelegenen Ebene von Cividale. Weithin beherrscht der Blick von den über 1000 Meter hohen Randbergen die Ebene. Kein Mittelgebirge mildert den Übergang von der Alpenwelt zur Tiefebene. Dreimal durchbricht im östlichen Teile dieses Gebietes der Isonzo die Kampfzone. Nach seiner Vereinigung mit der Koritnica im Becken von glitsch strömt er mit raschem Gefälle in engem Tal gegen Karfreit. Nur vorübergehend verbreitert der Zufluß der Idria das Flußbett, das sich im Gelände von Tolmein wieder eng zusammenpreßt. Östlich des Isonzo beherrscht das schroffe Krn-Massiv, dessen Hänge in nur zwei Kilometer Luftlinie von 2245 Meter Höhe zu einer Talsohle von 180 Meter Höhenlage herabstürzen, das Kampfgelände. Im Nordflügel des Angriffsfeldes erheben sich die wilden, kahlen Felswände des Canin bis zu 2600 Meter Höhe und bis zu 2300 Meter absoluter Höhe über dem Ort Saga. Ein Angriff vom Flitscher Becken aus muß zunächst den Talweg bis Saga durchstoßen. Erst dort öffnet sich der Ausgang nach Westen. Weiter südlich bilden die Felsblöcke des Stol-Rückens, des Monte Mia, Monte Matajur und Monte Maggiore den Schauplatz der Angriffe. Weithin beherrscht der Monte Matajur das Tal von Karfreit. Ein Angriff auf die Matajur-Stellung kann nur über die von Tolmein führende Landbrücke des Kolovrat-Rückens durchgeführt werden. Die Bereitstellung der Armee Below in den beiden engen Räumen des Flitscher Beckens und des Brückenkopfes von Tolmein hatte den Nachteil räumlicher Trennung durch die auf dem östlichen Isonzo-Ufer vom Südwesthange des Javorcek über die Bate-Kuppe (2014 Meter) und den Krn (2245 Meter) in das Gelände westlich Selo verlaufende Linienführung der italienischen Front, die Basis für die Angriffsdurchführung – die anzustrebende, beide Gruppen verbindende Talstraße Flitsch – Saga – Karfreit – Tolmein – mußte deshalb in Angriff genommen werden. Die strategische Ausnutzung dieser Verbindungstalstraße forderte als erstes, in ununterbrochenem, Tag und Nacht fortzusetzenden Vorstoß zu erreichendes Angriffsziel die Linie Canin – Punta di Monte Maggiore – Monte Mia – Monte Matajur – Monte San Martino – Monte Hum und Tribil-Höhen von Costanjevica. Von dieser Höhenlinie aus sollte dann der allgemeine Angriff weiterstoßen bis zur Linie Gemona – Tarcento – Cividale. Die Erfahrungen der Karpathen-, Vogesen- und Alpenkämpfe wiesen der Angriffstaktik den Weg: schneller Vorstoß in unaufhaltsamem Angriff über die verbindenden Landbrücken von Höhe zu Höhe, Ausnutzung der Talstraßen zum Nachführen der Artilleriereserven und des Nachschubes, Aufmeißeln beherrschender Höhenstellungen durch umfassenden Angriff in Flanke und Rücken und durch Umgehung, gegenseitige Unterstützung der Frontal- und Umfassungsgruppen. Unter diesen Gesichtspunkten wurden zum Angriff und zum gleichzeitigen Durchbruch an mehreren Stellen angesetzt: Gruppe Krauß als rechter Flügel der XIV. Armee über Saga gegen den Stol-Rücken, – eine starke linke Kolonne sollte nach Wegnahme des Vrsik mit Stoßrichtung Ravna – Karfreit das Becken von Karfreit öffnen und den Stol-Rücken von Osten aufrollen – Gruppe Stein wurde gegen den Mt. Matajur angesetzt. Die Einnahme dieses Blockes öffnete das Becken von Karfreit von Südosten und unterstützte so die gleichzeitige, demselben Zweck dienende Operation der Gruppe Krauß. Die Gruppe Berrer wurde gegen den Monte Hum und zum gleichzeitigen Vorstoß über Drenchia gegen den San Martino im Anschluß an Gruppe Stein angesetzt. Die Gruppe Scotti erhielt den Auftrag, der Isonzo-Armee das Überschreiten des Isonzo zu erleichtern mit dem Angriffsziel Globocak-Costanjevica. Mitte Oktober waren die Angriffsvorbereitungen soweit vorgeschritten, daß der allgemeine Angriff für den Beginn der dritten Oktoberwoche befohlen werden konnte. Bis in kleinste Einzelheiten war der Plan festgelegt. Nach einem Gasschießen von zwei bis sechs Uhr vormittags sollte bei Tagesanbruch die allgemeine Feuereröffnung erfolgen. Nach kurzer höchster Feuersteigerung sollte der Einbruch in die Stellungen auf der ganzen Frontlinie Flitsch-Selo stattfinden. Ungünstiges Wetter verzögerte den Angriff um wenige Tage. Am Abend des 23. Oktober erteilte General von Below sollenden Befehl: „Der Angriff findet am 24. Oktober statt. Allgemeine Feuereröffnung sechs Uhr 30 Minuten vormittags. Der Oberbefehlshaber von Below.“ Diese knappen Worte sind klassisch und bleiben ein Musterbeispiel deutscher Generalstabsarbeit. Diese zwei Sätze bezeichnen den Abschluß einer Riesenarbeit an Gedanken, Plänen, strategischen und technischen Vorbereitungen. Sie bezeichnen den Beginn des Stoßes, der Italiens 2. Armee zu Boden schmetterte. Weltgeschichte von ungeheurer Tragweite liegt in diesen kurzen Worten, Weltgeschichte, erzwungen von deutschen und österreichisch-ungarischen Waffen. Am 24. Oktober beginnt der Angriff. Wenige Stunden später wankt die ins Herz getroffene 2. italienische Armee und fällt in Trümmer.“

Die Gallier haben heute eine weitere Schlacht gegen uns Deutsche im großen Gallierkrieg von 1870 bis 1871 verloren. Die dreitägige Schlacht an der Lisaine mußte von den Galliern nämlich unverrichteter Dinge abgebrochen werden. Und da sie mit ihrer 150,000 Mann starken Ostarmee eigentlich die belagerte Festung Belfort entsetzen wollten, hat unser XIV. Korps mit seinen 37,000 Mann einen schönen Abwehrsieg erfochten. Der Besitz des Schlachtfeldes bezeichnet in der alten Zeit ja ohnehin (meist) den Sieger. Die Schlacht kostete die Gallier 8000 Leute, uns Deutsche 2000 Mann. Diese Waffentat unseres Generals August von Werder wollen wir heute mit unserem Panzergetränk Met feiern und dazu den Schlachtbericht Moltkes vortragen. Dieser ist beim Vorgeplänkel des 13. Januars angelangt: https://archive.org/details/bub_gb_49waAAAAMAAJ

„Am Vormittage des 13. nun wurden die Postierungen der III. Reservedivision in Arcey, Sankt Marie und Convillars angegriffen. Dieselben waren angewiesen, sich vor der Übermacht zurückzuziehen, doch aber so lange Stand zu halten, daß die feindlichen Kolonnen zur Entwicklung genötigt würden. Der Kampf mit der in weitem Kreise auffahrenden Artillerie der Franzosen wurde daher eine Zeitlang geführt, dann nach dreistündiger Gegenwehr, hart gedrängt zwar, eine neue Aufstellung hinter dem Rupt-Bach genommen und erst um vier Uhr nachmittags der Rückzug nach Tavey angetreten. Auch die Avantgarde des Generals von der Goltz bei Chavanne nahm, nachdem eine ganze Brigade sich gegen dieselbe entwickelt, in gleicher Höhe bei Couthenans Stellung. Vor der Allaine-Front war es den Franzosen nicht gelungen, die Postierungen des Generals von Debschitz aus Dasle und Croix zu verdrängen.“

Dazu paßt das „Bundeslied vor der Schlacht“ von unserem Theodor Körner mal wieder wie die Faust aufs Auge: https://www.youtube.com/watch?v=bF_9kpmuuPw

„Ahndungsgrauend, todesmutig

Bricht der große Morgen an,

Und die Sonne, kalt und blutig,

Leuchtet unsrer blut’gen Bahn.

In der nächsten Stunden Schoße

Liegt das Schicksal einer Welt,

Und es zittern schon die Lose,

Und der eh’rne Würfel fällt.

Brüder! euch mahne die dämmernde Stunde,

Mahne euch ernst zu dem heiligsten Bunde,

Treu, so zum Tod, als zum Leben gesellt!

Hinter uns, im Grau’n der Nächte,

Liegt die Schande, liegt die Schmach,

Liegt der Frevel‘ fremder Knechte,

Der die deutsche Eiche brach.

Unsre Sprache ward geschändet,

Unsre Tempel stürzten ein;

Unsre Ehre ist verpfändet,

Deutsche Brüder, löst sie ein!

Brüder, die Rache flammt! Reicht euch die Hände,

Daß sich der Fluch der Himmlischen wende!

Löst das verlor’ne Palladium ein!

Vor uns liegt ein glücklich Hoffen,

Liegt der Zukunft goldne Zeit,

Steht ein ganzer Himmel offen,

Blüht der Freiheit Seligkeit.

Deutsche Kunst und deutsche Lieder,

Frauenhuld und Liebesglück,

Alles Große kommt uns wieder,

Alles Schöne kehrt zurück.

Aber noch gilt es ein gräßliches Wagen,

Leben und Blut in die Schanze zu schlagen;

Nur in dem Opfertod reift uns das Glück.

Nun, mit Gott! wir wollen’s wagen,

Fest vereint dem Schicksal stehn,

Unser Herz zum Altar tragen

Und dem Tod entgegengehn.

Vaterland! dir woll’n wir sterben,

Wie dein großes Wort gebeut!

Unsre Lieben mögen’s erben,

Was wir mit dem Blut befreit.

Wachse, du Freiheit der deutschen Eichen,

Wachse empor über unsere Leichen!

Vaterland, höre den heiligen Eid!

Und nun wendet eure Blicke

Noch einmal der Liebe nach,

Scheidet von dem Blütenglücke,

Das der gift’ge Süden brach!

Wird euch auch das Auge trüber –

Keine Thräne bringt euch Spott.

Werft den letzten Kuß hinüber,

Dann befehlt sie eurem Gott!

Alle die Lippen, die für uns beten,

Alle die Herzen, die wir zertreten,

Tröste und schütze sie, ewiger Gott!

Und nun frisch zur Schlacht gewendet,

Aug‘ und Herz zum Licht hinauf!

Alles Ird’sche ist vollendet,

Und das Himmlische geht auf.

Faßt euch an, ihr deutschen Brüder!

Jede Nerve sei ein Held!

Treue Herzen sehn sich wieder –

Lebewohl für diese Welt!

Hört ihr’s? Schon jauchzt es uns donnernd entgegen

Brüder! hinein in den blitzenden Regen!

Wiedersehn in der besseren Welt!“

Ein Volk der Dichter und Denker sind wir Deutschen fürwahr und so gibt es heute den Geburtstag von unserem Franz Grillparzer zu feiern. Was wir Panzertiere natürlich mit seinen Werken tun wollen. Das Licht der Welt erblickte er 1791 in Wien und verdiente sein Brot seit 1813 im Dienst der Lothringer. Überlastet war er dabei nicht und so fand er Zeit die Trauerspiele „Die Ahnfrau“, „Sappho“, „Das goldene Vlies“, „König Ottokars Glück und Ende“, „Ein treuer Diener seines Herrn“, „Des Meeres und der Liebe Wellen“, „Weh dem, der lügt!“ oder „Ein Bruderzwist in Habsburg“, die Erzählungen „Das Kloster bei Sendomir“ und „Der arme Spielmann“ zu schreiben sowie zahlreiche Gedichte zu verfassen. Von den letzteren suche ich mir die „Jagd im Winter“ aus:

Der Himmel grau, die Erde weiß,

Die Bäume kahl, die Büsche Gereis,

Ihr Lächeln den Fluren genommen.

Mag zagen, wer will, mir wallet es heiß,

Ich nenne willkommen dich, blinkendes Eis,

Dich, starrender Winter, willkommen.

Als noch die Menschheit im Lenze lag,

Da stand ihr wohl ein Frühlingstag,

Nun mag sie sich anders erweisen.

Willkommen, ihr Felder, erstarrt und beschneit,

Wir leben ja doch in eiserner Zeit,

Wohl paaret sich Eis zu dem Eisen.

Des Dichters Leier verklingt, verstummt,

Kaum daß noch die Klage wie Heimchen summt,

Kein Spiel, kein Preis, kein Sieger.

Drum fort ins Freie, die Waffe zur Hand,

Das Rohr gehoben, den Hahn gespannt,

Als Jäger, wenn nicht als Krieger!

Und wenn es knallt und wenn es trifft,

So denkt, es seien, die kochten das Gift,

Im Finstern horchen und harren.

O Winter der Fluren! stürme nur zu,

Der Geister Winter ist kälter als du,

Er tötet, du machest nur starren!

Nur abends, daheim am Feuerherd,

Da sei euch ein einziger Seufzer gewährt

Nach Lenz und Blüten und Früchten;

Des Morgens aber von neuem hinaus,

In Jagdgetos und Sturmgebraus,

Die Zwietracht des Innern zu schlichten.“

Verglichen mit den amerikanischen Handpuppen von heute erscheint selbst unser alter Kaiser Karl III. als ein großer Staatsmann, nannte man ihn zu Zeiten unseres alten deutschen Reiches den Dicken und betrachtete ihn als einen der unfähigsten Herrscher. Hatte unser Kaiser Karl auch kein Glück in der Abwehr der Wikinger, so hat er es doch zumindest versucht. Die Amerikanerhandpuppen von heute dagegen, können unser deutsches Vaterland gar nicht mit genug mit fremdländischen Eindringlingen überschwemmen… Heute ist unser Kaiser Karl heimgegangen, so geschehen im Jahre 888. Geherrscht hat er von 876 an und nach und nach fielen ihm die anderen Teilreiche als Erbe zu. Die Ahalolfingerin Richardis hatte er 862 geheiratet, aber da die Ehe kinderlos blieb, versuchte er seinen natürlichen Sohn Bernhard zu seinem Nachfolger zu machen. Doch im Nachfolgestreit setzte sich jedoch Arnulf von Kärnten durch. Das Kaiserlied der Lothringer „Gott erhalte Franz den Kaiser“ bekommt unser Kaiser Karl von mir zu seinem Heimgang: https://www.youtube.com/watch?v=w81MS8qDb80

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Hoch als Herrscher, hoch als Weiser

steht er in des Ruhmes Glanz.

Liebe windet Lorbeerreiser

ihm zu ewig grünem Kranz.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Über blühende Gefilde

reicht sein Zepter weit und breit.

Säulen seines Throns sind Milde,

Biedersinn und Redlichkeit.

Und von seinem Wappenschilde

Strahlet die Gerechtigkeit.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Sich mit Tugenden zu schmücken,

achtet er der Sorgen wert.

Nicht, um Völker zu erdrücken,

flammt in seiner Hand das Schwert;

sie zu segnen, zu beglücken,

ist der Preis, den er begehrt.

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!

Er zerbrach der Knechtschaft Bande,

hob zur Freiheit uns empor.

Früh erleb’ er deutscher Lande,

deutscher Völker höchsten Flor

und vernehme noch am Rande

später Gruft der Enkel Chor:

Gott erhalte Franz den Kaiser,

unsern guten Kaiser Franz!“

In den Jahrbüchern von Fulda und Xanten lese auch ich ein Stückchen weiter: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10015821_00001.html

Dieselben Nordmannen drangen in den Haspanischen Gau, besetzten auch die übrigen ringsum gelegenen, brachten Früchte verschiedener Art zusammen und richteten sich so zur Überwinterung ein, wobei fast Niemand Widerstand leistete, Männer und Weiber die sie finden, konnten zu ihrem Dienst festgehalten wurden. Unverhofft kamen über sie Erzbischof Liutbert und Graf Heinrich und einige andere, streckten sehr Viele nieder und zwangen die Übrigen in eine kleine Befestigung zu fliehen; die gesammelten Früchte hatten sie ihnen abgenommen. Da sie lange belagert und obwohl vom Hunger gedrängt, kein Treffen wagen mochten, entwischten sie fliehend bei Nacht. Gottfried der Nordmanne, welcher Christ geworden, und dem Kaiser und dem christlichen Volk Treue zu halten durch Eidschwur gelobt hatte, brach seinen Schwur, sammelte ein nicht geringes Heer aus seinem Volk, und beschloß das Bett des Rhein Flusses hinaufzusteigen und die meisten Orte seiner Herrschaft zu unterwerfen. Dies hatte er im Monat Mai zu tun beschlossen, aber konnte es weil Gott dagegen war nicht ausführen. Denn bei einer Unterredung, wozu er von Heinrich und anderen Getreuen des Kaisers eingeladen war, wurde er ob seines Treuebruchs getadelt und als er sie durch Scheltworte und mannigfachen Hohn erbitterte, selber und alle seine Begleiter umgebracht: der Herr verlieh ihm den seiner Untreue würdigen Lohn. Aber die von ihm aufgebotenen Nordmannen rückten, des Geschehenen unkundig, weiter um zu plündern nach Sachsen ein. Wenige Sachsen waren ihnen entgegengezogen und wandten, weil sie einer so großen Menge Widerstand zu leisten sich fürchteten, den Rücken, jene entfernten sich weit von ihren Schiffen bei der Verfolgung der Fliehenden, als würden sie dieselben fangen. Inzwischen kamen, wie von dem Herrn gesandt, die Friesen dazu, welche Destarbenzon heißen, auf ganz kleinen Schiffen, wie ihre Gewohnheit ist, herangefahren, und begannen sie im Rücken anzugreifen. Als dies die Sachsen sahen, welche vorher geflohen waren, kehrten sie um, leisteten kräftigen und beharrlichen Widerstand und das Treffen wurde von beiden Seiten gegen die Nordmannen erneuert. Endlich wüteten die Christen gegen sie mit solchem Blutbad, daß Wenige von einer so großen Menge übrig blieben. Hierauf drangen dieselben Friesen in die Schiffe jener und fanden soviel Schätze an Gold und Silber nebst mannigfachem Gerät, daß alle vom Niedrigsten bis zum Größten reich wurden. Hugo, König Lothars Sohn, dessen Schwester der vorerwähnte Gottfried geheiratet hatte, wurde bei dem Kaiser angeklagt, daß er die Verschwörung Gottfrieds gegen das Reich des Kaisers begünstigt hätte. Deshalb wurde er vor den Kaiser geladen, und nachdem er der Schuld überführt war, nebst seinem Oheim des Augenlichts beraubt und in das Kloster des heiligen Bonifazius zu Fulda verstoßen; er endete so seine Tyrannis. Die Übrigen aber, welche mit ihm waren, entkamen mit Mühe nackt, ihrer Rosse Waffen und Kleider beraubt. Der Kaiser hatte mit den Seinigen zu Frankfurt eine Unterredung, schickte Boten nach Rom und lud den Pontifex Hadrian nach Franken ein. Er wollte nämlich, wie das Gerücht verbreitete, einige Bischöfe unrechtlich absetzen und Bernhard, seinen Sohn von einem Kebsweib, zum Erben des Reiches nach sich einsetzen, und weil er dies durch sich zu erreichen zweifelte, beschloß er es vermittelst des römischen Pontifex gleichsam durch apostolisches Ansehen zu vollenden. Seine trügerischen Pläne wurden durch Gottes Wink vernichtet. Denn der römische Pontifex hatte, abgereist aus der Stadt, bereits den Fluß Po Überschritten, als er das gegenwärtige Leben endete; und ist in dem Kloster Nonantulas beigesetzt. Als der Kaiser dies erfuhr, war er sehr betrübt, darum daß er in solcher Sache seines Verlangens nicht konnte teilhaftig werden. Nach wenig Tagen aber kam er nach Mainz, und von da nach Worms; dort hielt er mit den Bischöfen und Grafen von Gallien eine Unterredung, und reiste nach Baiern ab, und feierte daselbst den Geburtstag des Herrn, Die Römer setzten, als sie den Tod ihres Pontifex erfahren hatten, an seine Stelle Stephanus ein. Deswegen zürnte der Kaiser, weil sie ohne ihn zu befragen die Ernennung sich angemaßt hatten, und schickte Liutwart und einige Bischöfe des römischen Stuhles, um ihn abzusetzen: was sie ganz und gar nicht ausrichten konnten; denn der genannte Pontifex über schickte durch seine Gesandte dem Kaiser aufgeschrieben die Namen von mehr als 30 Bischöfen und aller Presbyter und der Kardinal Diakonen, sowie von Personen niederen Ranges, auch von den vornehmsten Laien des Landes, welche alle einhellig ihn erwählt und seine Ernennung unterzeichnet hatten.“

Unser General August von Goeben hat heute Geburtstag, einer unserer großen Heerführer der Einigungskriege. In Stade erblickte unser Goeben 1816 das Licht und trat 1833 in unser preußisches Heer ein. Er kämpfte von 1835 bis 1840 mit den Karlisten in Spanien. Er nahm 1849 am Feldzug gegen die aufständischen Liberalen in Baden teil. Im Jahre 1864 befehligte unser Goeben unsere XXVI. Infanteriebrigade im Krieg gegen die Dänen und nahm mit dieser am Sturm auf die Düppeler Schanzen teil. Unsere XIII. Division führte er im Deutschen Krieg von 1866. Im Gallischen Krieg von 1870-71 kommandierte zuerst er unser VIII. Armeekorps und dann unsere I. Armee. Spichern, Colombey, Gravelotte, Amiens, an der Hallue, Bapaume und Sankt Quentin sind die Schlachten, die unser Goeben gegen die Gallier geschlagen hat. Ihm wurde die seltene Ehrung der Verleihung des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes zu teil. Ein Infanterieregiment und einen Panzerkreuzer benannten die Hohenzollern nach unserem Goeben und das ein oder andere Denkmal wurde ihm auch gesetzt. Geheiratet hat unser Held 1845 Marianne Frese. Ein wenig unter die Geschichtsschreiber ist unser Goeben auch gegangen – „Das Treffen bei Kissingen am 10. Juli 1866“, „Das Gefecht bei Dermbach am 4. Juli 1866“ und „Vier Jahre in Spanien: Die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang“ heißen seine Schriften. Das schöne alte Soldatenlied von der Märkischen Heide bekommt unser Goeben von mir zum Geburtstag: https://www.youtube.com/watch?v=JdEaHhzpa3w

Märkische Heide,

Märkischer Sand

Sind des Märkers Freude,

Sind sein Heimatland.

Steige hoch, du roter Adler,

Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.

Uralte Eichen,

Dunkler Buchenhain,

Grünende Birken

Stehen am Wiesenrain.

Steige hoch, du roter Adler,

Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.

Blauende Seen,

Wiesen und Moor,

Liebliche Täler,

Schwankendes Rohr.

Steige hoch, du roter Adler,

Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.

Knorrige Kiefern

Leuchten im Abendrot,

Sah’n wohl frohe Zeiten,

Sah’n auch märk’sche Not.

Steige hoch, du roter Adler,

Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.

Bürger und Bauern

Vom märk’schen Geschlecht,

Hielten stets in Treu

Zur märk’schen Heimat fest!

Steige hoch, du roter Adler,

Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.

Hie Brandenburg allewege –

Sei unser Losungswort!

Dem Vaterland die Treue

In alle Zeiten fort.

Steige hoch, du roter Adler,

Hoch über Sumpf und Sand,

Hoch über dunkle Kiefernwälder,

Heil dir mein Brandenburger Land.“

Das Treffen bei Kissingen geht derweil munter weiter: https://archive.org/details/bub_gb_-5xDAAAAcAAJ

Inzwischen hatte sich über die Stadt hinweg eine lebhafte Kanonade entsponnen, ohne indessen einen irgend erheblichen Verlust für die preußischen Batterien herbeizuführen. Die feindlichen Geschosse, von denen einige, wie früher bemerkt, im ersten Augenblick ziemlich gut gewirkt halten, schlugen demnächst regelmäßig entweder vor den Batterien oder – und zwar der bei Weitem größeren Anzahl nach – über sie weg sausend in ein weit rückwärts nach Garitz hin liegendes Ackerstück ein, welches vollständig von ihnen aufgewühlt wurde. Vielleicht vermuteten die feindlichen Artilleristen dort hinter deckender Höhe Reserven auf gestellt. Vereinzelt flogen die Geschosse auch wohl bis über die nach Garitz hinabführende Straße hin, die auf ihr heranziehenden Truppen zu rascherem Schritte mahnend. Die Erstürmung der verbarrikadierten Brücke hätte bei immerhin ungewissem Erfolge jedenfalls sehr große Opfer erfordert; die Beschießung der Stadt selbst aber wäre die Vorbedingung eines solchen Angriffs gewesen. Der Divisionskommandeur beschloß, nur im äußersten Falle und wenn keine andere Chance des Erfolgs mehr übrig bliebe, dazu zu schreiten. Er ließ vielmehr im Hinblick auf die Eigenschaft von Kissingen als vielbesuchter Kurort die Batterien anweisen, ihr Feuer vorzugsweise auf jede, hinter der Stadt etwa sichtbar werdende Truppe und, sofern solche nicht vorhanden, auf die dort etablierten Batterien zu richten, die Stadt aber nicht zu beschießen und auch die in den Straßen aufgestellten Geschütze unberücksichtigt zu lassen. Zugleich erhielt jetzt der General von Wrangel, welcher seiner Brigade vorausgeeilt war und sich beim Divisionskommandeur auf dem Staffelsberge befand, den Befehl, rechts von der Brigade Kummer vorzugehen, den jenseit der von Garitz nach Kissingen führenden Straße steil aufsteigenden Altenburg-Berg zu besetzen und dort seine Batterien zu etablieren, dann aber den Fluß unterhalb der Stadt irgendwo und irgendwie zu überschreiten und dieselbe auf dem jenseitigen Ufer umfassend anzugreifen. Der Pontontrain konnte dafür leider nicht verwertet werden, da von seiner Anwesenheit bei der Division nichts bekannt war. Dem General von Kummer dagegen wurde Befehl erteilt, vom diesseitigen Ufer aus zwar ein ununterbrochenes Feuergefecht mit dem Feinde zu unterhalten, um dessen Aufmerksamkeit und Tätigkeit zu fesseln, den Übergang über den Fluß aber seinerseits nicht eher zu forcieren, als bis die Truppen der Brigade Wrangel nach seiner Überschreitung bereits von der anderen Seite her in die Stadt eingedrungen sein würden. Der Kampf auf dem linken Flügel beschränkte sich daher fortan auf eine, je nach den sich darbietenden Objekten mehr oder minder lebhafte Kanonade – Die Angabe der offiziellen bayerischen Darstellung des Feldzuges – Seite 87 -, daß gegen zwölf Uhr die preußischen Geschütze „verstummten und den Platz räumten“, beruht auf einem Irrtum. Die Batterien haben die ursprünglich eingenommenen Stellungen unverändert inne gehabt, bis das Vordringen unserer Truppen auf Nüdlingen ihrer Tätigkeit ein Ende machte. Wenn sie zeitweise nicht feuerten, so war es, weil sie einerseits dann kein genügendes Objekt in Sicht hatten, sie aber andererseits wegen der äußerst mangelhaften Ausstattung der Mainarmee mit Munitionskolonnen ans möglichste Munitionsersparung angewiesen waren. – und auf ein mehrstündiges Schützengefecht über den Fluß hinüber aus möglichst gedeckter Ausstellung und unter wohl beiderseits sehr unerheblichen Verlusten. Auch die beiden in den Straßen aufgefahrenen feindlichen Geschütze feuerten während desselben mehrfach auf die diesseits besetzten Häuser, ohne indessen ein anderes Resultat als eben nur die Beschädigung der Gebäude zu erreichen. Schon aber trat auch die Brigade Wrangel in Tätigkeit. Gegen zehneinhalb Uhr mochte es geworden sein, als das an der Spitze der Brigade marschierende I. Bataillon des II. westphälischen Infanterieregiments Nummer XV (Prinz Friedrich der Niederlande), dessen beide anderen Bataillone unter dem Regimentskommandeur auf Friedrichshall detaschiert waren, aus Garitz debouchierte und den lang gestreckten, zur Kuppe des Altenburgberges hinan ziehenden Rücken erstieg, durch hohes Getreide sich Bahn brechend. Es schob die Schützenzüge zweier Kompanien über die bereits von der dahin dirigierten Kompanie des LIII. Regiments besetzte Kuppe vor, welche, mit buschigen Anlagen bedeckt, nach Kissingen hin steil zur Niederung der Saale abfällt. Aus den Häusern der Stadt heftig beschossen, stiegen sie den jenseitigen Hang hinab und vertrieben einige kleine Trupps, welche noch in den Gebüschen der Promenaden steckten und nun über das eiserne Gerippe einer abgetragenen Brücke zurückgingen. Sie setzten sich dann ihrerseits in diesen Promenaden und an der längs dem Fuße des Berges hinziehenden Chaussee nach Hammelburg fest, wo auch sie in ein lebhaftes Feuergefecht mit den in den gegenüberliegenden Gebäuden steckenden Bayern verwickelt wurden.“